Das Jahr 2020 – Ein Rückblick

2020 – ein neues Jahr. Wir laufen und freuen uns auf die kommende Saison. Fern von uns hören wir seltsame Geschichten über ein Virus in China, hören wie Stadtteile abgeschottet werden, hören von überforderten Kliniken… Doch das ist ein Problem in China und hat nichts mit unserem Leben zu tun … so denken wir.

Unsere Kurse starten, wir halten Vorträge, Workshops und befinden uns in der Marathonvorbereitung. Im März geht es nach Lanzarote zur Laufreise. Mit einem seltsamen Gefühl im Bauch fliegt Marion los. Das Virus ist nach Italien gewandert und sorgt dort für Caos und Überforderung. Es kommt nach Deutschland in Skigebiete… noch weit weg.

Plötzlich ist real, was wir uns nie hätten vorstellen können. Die Laufreise sitzt auf Lanzarote unter Ausgangssperre im Hotel fest. Ein Lockdown wird über Deutschland verhängt. Das Laufwerk muss schließen; wie alle anderen Geschäfte, Theater, Frisöre… Für wie lange sagt niemand. Das Wort Kurzarbeit bekommt eine Bedeutung. Dachten wir doch immer, dass sowas nur im saisonbedingten Baugeschäft möglich ist. Kindergärten, Schulen geschlossen. Homeschooling ist ein weiterer neuer Begriff. Ohne verlässlich laufende Internetverbindungen. Ein überfordertes Schulsystem. Alle Veranstaltungen werden abgesagt. Kein Marathon. Kein Ironman…

Wir beraten unsere Kunden per Telefon, Email, WhatsApp. Wir liefern mit dem Fahrrad in Hamburg aus. Versenden Laufschuhe und verkaufen Gutscheine. ‚Support your lokal Dealer‘  – sehr viele Menschen zeigen Solidarität. Unsere Kunden können sich ausmalen, wie schwer der Lockdown für uns ist.

Dann, an einem Freitag im April heißt es, die Geschäfte dürfen wieder öffnen. Große Freude. Jeder der nähen kann, näht Masken. Doch, die Kindergärten und Schulen sind weiterhin geschlossen. Unsere Mitarbeiter wollen arbeiten, können jedoch nicht.

Das Laufwerk ist wieder geöffnet. Wir arbeiten mit Masken. Jeder Kunde muss ebenfalls eine Maske tragen und sich die Hände desinfizieren. Schlange stehen vorm Laufwerk. Viele Menschen laufen jetzt und brauchen neue Laufschuhe. Wir werden überrannt, müssen Termine vereinbaren, um die Übersicht zu behalten. So vergehen Wochen.

Nun gib es eine Notbetreuung in den Kindergärten. Wir müssen unseren Mitarbeitern bescheinigen, warum sie kein Homeoffice machen können (sehr witzig im Verkauf).

Ab Mitte Mai dürfen unsere Kurse mit vorliegendem Hygienekonzept wieder starten.

Alltag kehrt langsam ein.

Kindergärten öffnen, Schulen öffnen, Frisöre haben viel zu tun.

Sommerzeit und Urlaub. Viele bleiben in Hamburg oder bevölkern die Ost- und Nordseestrände. Dort ist alles voll. Übervoll.

Querdenker streiten alles ab und reden von Verschwörungen.

Virologen sagen erschreckende Szenarien voraus.

Der Herbst naht. Noch scheint Alltag zu sein. Oktoberferien und Urlaube stehen an.

Das Virus ist zurück. Zurück ist wohl das falsche Wort; es war die ganze Zeit über da. Das Virus verbreitet sich schneller. Schneller als je zuvor. Viel mehr Fälle und Tote.

Im Laufwerk ist noch Alltag mit Maske, Desinfektionsmittel und Abstand angesagt. Wir spenden für den Mitternachtsbus und SeaWatch, denn es gibt viele Menschen, denen es sehr viel schlechter geht als uns.

Wir sind realistisch und bereiten uns mental auf einen zweiten Lockdown vor. Natürlich hoffen wir, dass wir uns irren.

Sonntagslauf zum dritten Advent. Zurück. Jetzt steht es fest: Ab Mittwoch ist der zweite Lockdown. Diesmal müssen auch die Baumärkte schließen. Montag: Die Menschen rennen los. Sie brauchen noch Weihnachtsgeschenke. Unvorstellbare Schlagen vor großen Einkaufszentren. Im Laufwerk ist auch viel los. Wir arbeiten mit doppelter Besetzung und verlängerten Öffnungszeiten.

Wieder Kurzarbeit. Virtuelle Beratung. Lieferdienste.

Ruhe.

Die Aussicht: Weihnachten allein zu Hause & Silvester ohne Feuerwerk

Fazit: Lauft weiter und nutzt jeden Kilometer, um Energie zu tanken.

 

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